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Chronik


 

Wir haben versucht, die Entstehung und Entwicklung unseres Vereins so exakt wie möglich aufzuzeigen. Trotzdem können sich Fehler und Ungereimtheiten eingeschlichen haben. Wer solche entdeckt, sollte uns darüber informieren.

Auch für Nachträge sind wir jederzeit dankbar. Wenn jeder Gartenfreund oder Besucher in seiner Erinnerung und in den alten Fotoalben kramen würde, so könnte die vorliegende Chronik ergänzt und vervollständigt werden. Auch persönliche Erinnerungen der Eltern und Großeltern könnten Eingang finden.

Wir danken schon heute jedem, der an der Vervollständigung unserer Chronik mitgearbeitet hat und noch mitarbeiten wird.

Unser besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchives Chemnitz, des Sächsischen Staatsarchives Dresden - Außenstelle Chemnitz sowie der Chemnitzer Stadtbibliothek, die uns bei den Recherchen tatkräftig unterstützten.

Chemnitz, im Jahre 2002

Der Vorstand


Die Beiträge dieser Chronik stellen einen Auszug aus der Chronik unseres Vereins dar. Die komplette Chronik kann beim Vorstand zur Einsichtnahme ausgeliehen werden.


1917

Am 23. September 1917 fand im Gasthaus "Stadtpark" die Gründungsversammlung des Schrebergarten-Vereins Chemnitz-Helbersdorf statt.
Die Tagesordnung beinhaltete u.a. das Gesuch an das Grundstücksamt Chemnitz betreffs Überlassung eines Grundstücks - 10.000 m², hinter der Schule Helbersdorf - zur Errichtung von Schrebergärten sowie die Beratung des Statuts.
Die 23 Mitglieder des neuen Vereins wählten in den Vorstand:

Oskar Riesen | Vorsteher

Ernst Sandig | Stellvertreter

Theodor Claßnitz | Kassenverwalter

Paul Lochmann | Kassierer

Fritz Haschke | Schriftführer

Walter Kunad | stellv. Schriftführer

Gurstav Büttner | Aufsichtsrat

Emil Edelmann | Aufsichtsrat

Emil Gärtner | Aufsichtsrat

Max Bertram | Aufsichtsrat

Alle Funktionen wurden ehrenamtlich wahrgenommen.
Am 2. November 1917 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Königlichen Amtsgerichtes Chemnitz.
Die Eintragung wurde wie folgt in der "2. Beilage zum Chemnitzer Tageblatt und Anzeiger" vom 04.11.1917 veröffentlicht:

 

1919

Am 31. Juli 1919 beschloss die Weimarer Nationalversammlung die "Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung". Das Gesetz leitete eine neue Etappe in der Geschichte des deutschen Kleingartenwesens ein. Seit diesem Zeitpunkt greift der Staat im nationalen Maßstab in seine Belange ein. Es hängt von der Stärke der Vereine und Verbände sowie ihrer Politik und Öffentlichkeitsarbeit ab, welche Gesetze und Verordnungen Bundestag, Länder- und Stadtparlamente sowie deren Vollzugsorgane erlassen. Die Zeitschrift "Garten und Kind" veröffentlichte am 16. März 1922 auf der ersten Seite einen Artikel, in dem auf die Entstehung dieses ersten Sozialgesetzes der Weimarer Republik eingegangen und einzelne Bestimmungen erläutert werden

In diese Zusammenhang heißt es: "Die Kleingärtner haben ihrer Pflicht vollauf genügt. Der Sonntag und die freien Wochenstunden wurden geopfert, um der Volkswirtschaft in ihren Nöten zu helfen. Ist es dann ein Wunder, wenn eine einsichtsvolle Regierung diese Arbeit auch recht bewertete und ein Gesetz schuf, das den Arbeitsbienen ein Recht gab. Ein Recht, auch weiter auf der Scholle schaffen zu können und so dem Volksganzen zu dienen?

Vor dem Krieg galt der Kleingärtner fast als Sonderling. Nicht wurde ihm die Anerkennung zuteil, die er verdiente. Ist doch selbst in einem Gemeinwesen während des Krieges das Wort geprägt worden "Kleingärten sind Luxus". Und noch dazu in einer Stadt, wo die Schreberbewegung ihre Wiege hat! Aber nicht nur die Volkswirtschaft, auch ideale Aufgaben förderte der Kleingärtner. Was da für Volksgesundung und Volkserziehung geleistet wird, davon sprechen die Arbeiten der Schreberstadt Leipzig Bände für sich."
Aus diesem Lob des Kleingärtners folgert der Verfasser zu Recht: "Diese Bewegung gesetzlich zu schützen, muss unbedingte Aufgabe einer jeden Regierung sein."

Quelle: Günter Katsch in Der KleinGarten Nr. 3 vom März 2002

  

1920-1929

Aus den Anfangsjahren des Bestehens des Schrebergarten-Vereins "Helbersdorfer Hang" ist uns das Wirken von Gustav Gruhnert bekannt.

Gustav Gruhnert im Jahr 1967.

Er leitete das vereinszugehörige Trommler- und Pfeiferkorps. In diesem musizierten zwei Väter von jetzigen Gartenmitgliedern eifrig mit. Dies waren Karl Leibner und Herbert Hollstein.

Für seine unzähligen Einsätze im Verein wurde er geehrt, indem der durch die Gartenanlage führende Verbindungsweg zwischen Stollberger Straße (Flughafen) und Helbersdorfer Straße (Schule) nach ihm als Gustav-Gruhnert-Weg benannt wurde. Er war das älteste Mitglied des Schrebergarten-Vereins "Helbersdorfer Hang" und hat sich für diesen sehr eingesetzt. Als Ehrenmitglied ging er mit in die Gartensparte "Heiterer Blick" über.

1925 - Bau einer "Unterkunftshalle"

1925 wurde vom Verein die Notwendigkeit eines eigenen Vereinsheimes erkannt. Die für den Bau erforderlichen Anträge wurden an das Baupolizeiamt gestellt.

Außer als Lager wurde das Vereinsheim auch für die Spielnachmittage der Kinder genutzt. So erhielt es irgendwann den Namen "Märchenheim"

 

1925 - Umbenennung



Auszug
aus der Niederschrift über die ordentliche Hauptversammlung des Schrebergartenvereins Chemnitz-Helbersdorf am 10. Juli 1925


Tagesordnung:
1., . . . . .
2., . . . . .
3., Beratung und Beschlußfassung über die neue Satzung
4., Neuwahl des Gesamtvorstandes
5., . . . . .


zu 3., § 1 der neuen Satzung betr. die Umbenennung des Vereins in "Schrebergartenverein Helbersdorfer Hang" wird gegen 2 Stimmen, die übrigen Paragraphen werden einstimmig angenommen.


Mit dem Beschluss der neuen Satzung wurde auch die Umbenennung des Vereins in "Schrebergartenverein Helbersdorfer Hang" beschlossen.

Außerdem trat der Gesamtvorstand zurück.
Neu gewählt wurden:
1. Vorsitzender Oberpostinspektor Oswin Linus Rentsch
2. Vorsitzender Eisendreher Theodor Oscar Riesen

 

1926

Am 20.10.1926 fand die Außerordentliche Hauptversammlung erstmals im eigenen Vereinsheim statt. Unter anderem wurde die Neuwahl des Gesamtvorstandes durchgeführt. Gewählt wurden:
1. Vorsitzender Karl Schellenberger
2. Vorsitzender Robert Möhler
Kassierer Paul Eichelkraut

Bereits 1911 war Chemnitz erstmalig für kurze Zeit "Flughafenstadt". Im Rahmen eines Rundfluges über Sachsen landeten Flugapparate auf einem Feld im Süden der Stadt.

Die wachsenden Anforderungen des Personen-, Güter- und Transportverkehrs erforderten schon bald die Einbeziehung der Stadt in den Luftverkehr.

Deshalb eröffnete am 2. Mai 1926 direkt gegenüber unseres Schrebergarten-Vereins "Helbersdorfer Hang" e. V. der Flugplatz Chemnitz.

Das LZ 127 Graf Zeppelin war einer der ersten Besucher. Doppeldecker starteten und landeten, Lufthansa-Maschinen brachten Fracht und Passagiere nach Chemnitz.

Bis zum Jahr 1974 wurde der Flugplatz genutzt, zuletzt für Segelflugzeuge und den Fallschirmsport der Gesellschaft für Sport und Technik.

Noch heute existiert das Flughafengebäude der Architekten Müller und Schwab.

 

13. Oktober 1927 - Hauptversammlung

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt dieser Hauptversammlung war der erforderliche Heimneubau.
Mit der Erweiterung des Geländes bis zur Stollberger Straße war der Bau eines neuen Gartenheimes erforderlich, da das alte "Märchenheim" dem Andrang der Besucher nicht mehr gewachsen war.

 

1928 - Sächsischer Schrebertag in Chemnitz

1933

Am 29. Juli 1933 begann durch die Gründung des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e.V. ein neuer Abschnitt des deutschen Kleingartenwesens.

Der Reichsbund übernimmt die ihm satzungsgemäß gestellten Aufgaben: 

  • Die Nutzung des Landes des Kleingartens und der Kleinsiedlung im Sinne der Verbundenheit von Blut und Boden als Grundlage für Staat und Volk zu gewährleisten;
  • Das Kleingarten- und Kleinsiedlungswesen in Deutschland nach dem Grundsatz "Gemeinnutz vor Eigennutz" zu fördern und die Selbstverwaltung des Kleingartens und des Kleinsiedlungslandes sowie den ideellen und materiellen Schutz der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands zu besorgen.

 

18. November 1933 - außerordentliche Hauptversammlung

Anlässlich dieser Hauptversammlung mit einer Anwesenheit von 12 Vorstands- und 96 Vereinsmitgliedern wurde Henry Riedel zum Vereinsführer ernannt.

 

19. April 1934 - außerordentliche Hauptversammlung

Teilnehmer: 126 Mitglieder anwesend, 21 entschuldigt

Tagesordnung:
1. Satzungsänderung, Wahl und Ernennung des Vereinsführers
2. Änderung des Namens des Vereins in Kleingärtnerverein "Helbersdorfer Hang"

Die gültige Satzung wurde wie folgt ergänzt und die Änderungen als II. Nachtrag festgeschrieben:

1.) § 3 Mitgliedschaft, Punkt 5.
Jedes Mitglied ist verpflichtet, an den angeordneten fachlichen Schulungsabenden und sonstigen Pflichtveranstaltungen des Vereins teilzunehmen.
2.) § 4 Die Mitgliedschaft erlischt, Punkt 6: (nach Ehrenrechte)
Bei mehr als dreimaligem unentschuldigtem Fehlen an den fachlichen Schulungsabenden und sonstigen angeordneten Pflichtveranstaltungen des Vereins.

 

Erkenntnisse aus Grundbüchern der Flurstücke 116 und 117 der Gemarkung Helbersdorf

Beide Flurstücke gehörten der Gemeinde Helbersdorf bzw. nach der Einbezirkung im Jahr 1909 der Stadt Chemnitz. Daher gibt es in beiden Grundbüchern keine Angaben über Verkäufe oder Nutzungsänderung.

Erkennbar sind lediglich "Abtrennungen". Das sind Verkäufe von Teilen der Flurstücke an aufgeführte Privatpersonen. Diese Flurstücke wurden dann z.B. als 116a, 116b usw. im Grundbuch geführt.

Für Flurstück 116 wird bis zum Jahr 1920 als Nutzungsart "Feld und Wiese" ausgewiesen. Erst im "Zergliederungsanbringen" aus dem Jahre 1935 (Flurstück 116) und dem Jahre 1936 (Flurstück 117) wird als Nutzungsart u.a. "Kleingärten" aufgeführt.

In beiden Zergliederungsanbringen wird hier auch der Gartenbauverein "Helbersdorfer Hang" als Besitzer des Vereinsheimes erstmals benannt. Da beide Flurstücke betroffen sind, ist anzunehmen, dass sich das Vereinsheim auf der Flurstücksgrenze befand.

 

24. - 27. Juni 1937 - 3. Reichskleingärtnertag

 

1930er Jahre - geplante Erweiterung des Flughafens

In den Jahren 1935 bis 1938 war die Erweiterung des Flughafens Chemnitz geplant. Unter anderem sollte das Rollfeld erweitert werden.

Für diese geplante Erweiterung wäre die Verlegung der Stollberger Straße erforderlich gewesen. Dies hätte auch einige Gärten unseres Vereins betroffen. Es gab Erwägungen, die betroffenen Gärten von der alten Stollberger Straße in Richtung Helbersdorfer Straße umzulagern.

Aus welchen Gründen es nicht zur Erweiterung des Flughafens kam, ist nicht bekannt. Vermutlich wurden aber die finanziellen Mittel für den Krieg benötigt und reichten für die Erweiterung des Flughafens nicht mehr aus. Die geplanten Kosten für die Erweiterung beliefen sich immerhin auf 1,8 Mio. RM bei der "Herstellung des Rollfeldes in beschränktem Umfang" bzw. 3 Mio. RM bei "Herstellung des Rollfeldes in größerem Umfang".

 

17. Juni 1940 - Satzungsänderung

Auszug aus der Satzung des Schrebergartenvereins "Helbersdorfer Hang" vom 20. Mai 1940 - geändert gemäß Wortlaut vom Landesbund Sachsen der Kleingärtner e.V. Dresden:

Teil: Gartenordnung

...
9. Die Benutzung des Spielplatzes ist nur den Kindern der Mitglieder und dem mit Marken des Kleingärtnervereins "......" versehenen Kindern gestattet.
Die Kinder dürfen die Spiele usw. nur auf dem Spielplatze ausüben. Das Herumspringen in den Wegen ist untersagt. Ebenso ist den Kindern das unnötige Hantieren an der Wasserleitung (dem Brunnen) untersagt.

Feiern im Gartenheim

Für die verschiedensten Familienfeiern stand das Gartenheim jedermann zur Verfügung.

Die Fotos zeigen unser heutiges Vereinsmitglied Rolf Leibner mit Vater und Großmutter bzw. seinem Cousin im Jahr 1940/1941 sowie die Hochzeit der Schwiegermutter eines heutigen Vereinsmitgliedes.

 

1945

Nach einem Angriff auf Berlin am 3. Februar und auf Dresden am 13./14. Februar ist auch Chemnitz am 5. März 1945 Ziel eines alliierten Bombardements. Dabei werden große Teile des Stadtkerns und der umliegenden Gebiete zerstört.

Zum Glück haben die Bombenangriffe in unserer Anlage keine größeren Schäden angerichtet.

1945 wurden in der Stadt Chemnitz über 10500 Samenbezugsausweise ausgestellt. Auch Saatkartoffeln konnten in diesem Jahr in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden: 2368 Saatkartoffelbezugsscheine wurden für ca. 70000 kg ausgefertigt.

 

Nach dem 2. Weltkrieg

Am 5. Juni 1945 unterzeichnen die Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte Deutschlands u.a. das Protokoll über die Aufteilung Deutschlands in vier Zonen. Entsprechend den Vereinbarungen ziehen sich die Amerikaner und Briten aus Sachsen, Thüringen und Mecklenburg zurück, wo statt dessen sowjetische Truppen einrücken.

Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) bildete am 4. Juli 1945 in ihrer Zone 5 Länderregierungen und erließ u.a. einen Befehl, der die Tätigkeit von Vereinen unterband. Bedingt durch die geschichtliche Entwicklung war die Zahl der Kleingärtner im Verhältnis zur Bevölkerung in der sowjetischen Besatzungszone weitaus höher als in den westlichen Besatzungszonen.

Gemäß dieser Verordnung wurden alle Kleingartenvereine der Stadt Chemnitz aufgelöst und in städtische Verwaltung genommen. Doch die Auflösung verlief nicht ohne Schwierigkeiten. Viele Vereine fürchteten, ihre finanzielle Selbständigkeit zu verlieren und dass mit der Gründung der Kleingartenhilfe Anbaupläne und Ablieferungssoll verbunden sein könnten. Auch juristische Bedenken bestanden. So konnte eine Löschung im Vereinsregister und die Übertragung des Vermögens nur durch einen Mitgliederbeschluss oder durch ein vom Landtag beschlossenes Gesetz erfolgen.

Am 14. Februar 1946 erließ das Präsidium der Landesverwaltung Sachsen die "Verordnung über die Neuregelung des Kleingartenwesens in Sachsen".

In rund 800 Fällen wurde durch die Stadt Chemnitz nach gewissenhafter Prüfung gemäß den Richtlinien Genehmigung zur Gartenkündigung erteilt. Von annähernd 1200 Beschwerden gegen Gartenentzug und Kündigung verschiedener Anlässe wurden 6 % zu Gunsten der Beschwerdeführenden entschieden.

Doch für die Kleingärtner waren nicht die Besitzfragen entscheidend. Viel wichtiger war, dass der Boden bebaut wurde. Viele Familienväter waren gefallen, vermisst oder noch in Kriegsgefangenschaft. So oblag es den Frauen und Müttern, das notwendige Geld zu verdienen und den Garten zu bebauen.

Und wo die Erzeugnisse des Gartens nicht zur Ernährung ausreichten, fuhren sie "hamstern". Mit Bettwäsche, Kleidungsstücken, Schmuck oder Metallwaren fuhren oder liefen sie in die umliegenden Gebiete, um ihre Habseligkeiten bei Bauern gegen Essbares einzutauschen. Doch es gab noch eine weitere Sorge der Kleingärtner. Oft konnten die, die den Boden mühsam bebaut hatten, die Früchte nicht ernten, weil Diebe - oder sollte man besser sagen: Hungrige - den Garten geplündert hatten.

In der Stadt Chemnitz konnte 1946 Kleingarten-Dauerland nur mit rund 9 ha ausgewiesen werden. 269 Dauerlandgärten zu 300 m² wurden geschaffen und damit 9 schon bestehende Anlagen erweitert. Die als Kleingartenland bewirtschaftete Fläche stieg von 473,4 ha auf 482,4 ha, einschl. 86 ha privateigenes Gelände.

Dem Aufruf der Kleingartenabteilung folgend haben die Chemnitzer Kleingärtner 1946 recht reichliche Obst- und Beerenspenden an die Chemnitzer Krankenhäuser, Altersheime und Kindertagesstätten abgeführt und zwar ca.: 47 Zentner Stachel-, Johannesbeeren und Kirschen. Zum Tag des Kindes wurden ebenfalls über 60 Zentner Äpfel, Birnen und Pflaumen gespendet.

1949 erfolgte die Schaffung der Kleingartenhilfe des FDGB. Diese Hilfe sah die Neuorganisierung der Kleingartenanlagen nach dem System der Schrebergärten vor. Der FDGB war somit für juristische Fragen und für Materialbereitstellung und Unterstützung der Vereine zuständig.

 

1946 - Auflösung des Vereins

Gemäß der Verfügung des Amtsgerichtes Chemnitz wurde der Verein am 21. Oktober 1946 aufgelöst und im Vereinsregister gelöscht.

 

1948

Die Zusammenfassung und Überführung der verschiedenen über das Gebiet der sowjetischen Besatzungszone verstreuten Kleingärtnervereine in Kreis- und Landesvereinigungen einer einheitlichen Organisation "Kleingartenhilfe" wurde auf einer Konferenz bei der Deutschen Verwaltung für Land- und Forstwirtschaft beschlossen, an der Sachbearbeiter der Länderregierungen und Vertreter der Kleingärtnervereine teilnahmen.
Die Satzungen der "Kleingartenhilfe" sollen demnächst von einer auf der Tagung gewählten Kommission ausgearbeitet werden, die aus je zwei Kleingärtnern der Länder und Sachbearbeitern der Landesregierungen besteht.
Aus den Berichten der Ländervertreter ergab sich, dass in der sowjetischen Besatzungszone mehr als 80.000 Hektar Gartenland von Kleingärtnern bewirtschaftet werden. Eine Zahl, welche die ernährungspolitische Bedeutung des Kleingartenwesens beweist.
Der Belieferung der Kleingärtner mit Saatgut, Düngemitteln und sonstigen Bedarfsartikeln soll größte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Anzucht von Gemüsejungpflanzen bleibt auch weiterhin den Gärtnereien überlassen, um der Verschwendung von Saatgut vorzubeugen.
Im Hinblick auf die Erfordernisse der Ernährung sollen bei den Kartoffeln nur die Kronen als Saatgut verwendet werden.
Eingehend wurde zur Frage einer etwaigen Änderung des Kleingartengesetzes Stellung genommen. Verschiedene Vorschriften wurden als verbesserungsbedürftig bezeichnet. Das Material hierfür soll noch nach verschiedenen Punkten ergänzt und dann ausgewertet werden. Auch Versicherungsprobleme wie Feuer- und Haftpflichtversicherung für Lauben und Vereine wurden besprochen.

Quelle: Garten und Siedlung - Die illustrierte Zeitschrift des Kleingärtners
2. Heft April 1948

 

1950 - 1959

In der Kleingartensparte "Helbersdorfer Hang" gab es unter Führung des Kulturobmanns Paul Uhlig ab den fünfziger Jahren ein reges Kulturleben.
So bestand ein Chor, der von Albert König geleitet und von Erich Haschke als Klavierspieler begleitet wurde.

2. von links: Albert König - Chorleiter
1. von rechts: Erich Haschke,- Klavier

Es gab eine Laienspielgruppe, die z. B. mit Aufführungen wie "Der Kaffeeklatsch", "Rotkäppchen" und eines Stückes "Die Spielzeugkiste" zur Ausgestaltung von Weihnachtsfeiern für Klein und Groß Erfolg hatte.

 

Feiern im Gartenheim

Das Gartenheim "Helbersdorfer Hang" wurde im Laufe der Jahre von verschiedenen Pächtern bewirtschaftet. Dazu gehörten auch Franz und Paula Fischer sowie Achim und Helga Richter. Diese hatten oft Teilnehmer von GST-Lagern oder Lehrgänge der Segelfliegern zu beköstigen.

Von einer Faschingsfeier unter dem Motto "In der Hafenkneipe" ist noch dieses Foto vorhanden.

Auch für Familienfeiern wurde das Gartenheim oft und gern genutzt.

 

1958

 

1959

Im November 1959 wurde in Leipzig der Zentralverband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) gegründet. Damit erfolgte der Zusammenschluss örtlicher und regionaler Vereine und Verbände.

Zum VKSK gehörten die Kleingärtner, Siedler, Rassegeflügelzüchter, Rassekaninchen- und Rassekatzenzüchter, Imker, Edelpelztierzüchter, Ziegen- und Milchschafzüchter, Rassehundezüchter und später auch die Kanarien- und Exotenzüchter.

Das Grundanliegen des Verbandes war es, das Freizeitverhalten zum Nutzen von Erholung und Gesundheit der Bürger zu fördern. Zugleich sollte die Produktion von pflanzlichen und tierischen Produkten gesteigert werden. So ganz "nebenbei" hatte der Verband auch eine politische Funktion als Mitglied in der Nationalen Front zu erfüllen.

Der VKSK unterstützte die Sparten durch die Bereitstellung von Saat- und Pflanzgut, Düngemitteln, Gartengeräten und Dienstleistungen.

 

1961 - Erweiterung der Anlage

Nachdem der Rat der Stadt am 13.03.1959 die "Aufbaugebietserklärung und Inanspruchnahme von 23 Grundstücken im Aufbaugelände zwischen Stollberger-, Blumen-, Neefe- und Goethestraße" und am 03.07.1959 den "Bebauungsplan Stollberger Straße" bestätigt hatte, mussten wieder einmal Gärten dem Wohnungsbau weichen.

Die Gartensparte "Lortzinghöhe", gegründet am 13. August 1923 mit 81 Mitgliedern als "Kleingartenverein Lortzingplatz Chemnitz", wurde abgerissen.

Alle Beschwerden über Entschädigung bei Inanspruchnahme nach dem Aufbaugesetz und zum Preis der Gartengrundstücke wurden abgelehnt.

Da aber viele Kleingärtner nicht auf einen Garten verzichten wollten und die Wartelisten in den anderen Gartensparten lang waren, wurde im Jahr 1961 wieder eine Erweiterung der Anlage am Helbersdorfer Hang durchgeführt. Die Gärten Nr. 218 - 235 (siehe Lageplan unter 1970) wurden angefügt. Dafür wurde auch ein Teil der Festwiese liquidiert.

 

Internationale Gartenbauausstellung in Erfurt

Im Jahre 1961 wurde auf Beschluss des Ministerrates der DDR die erste IGA - Internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder - in Erfurt durchgeführt. Neben den Ausstellungen auf Stadt- und Kreisebene war sie wohl die wichtigste Gartenbauausstellung zu DDR-Zeiten. Sie wurde vom VKSK unterstützt und von vielen Kleingärtnern besucht.

Ihr Ziel bestand darin, die besten Erfahrungen bei der Produktion gärtnerischer Erzeugnisse auszutauschen, die wissenschaftlich-technische und ökonomische Zusammenarbeit zwischen den sozialistischen Staaten zu fördern und zur Festigung der Freundschaft zwischen den Völkern beizutragen.

Sie wurde zur Lehr- und Leistungsschau, vermittelte Erfahrungen und hatte das Ziel, die Produktivität zu erhöhen und die Qualität der Erzeugnisse zu steigern.

Auch von unserer Sparte wurde eine Fahrt zur IGA organisiert und durchgeführt.

Neben der Ausstellung der Erfolge stand natürlich auch hier der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund.

 

1963

Am 6. und 7. April 1963 findet in Leipzig der 1. Verbandstag des VKSK statt. Das Statut des VKSK wird beschlossen.

 

1967

Durch das Sekretariat des Zentralvorstandes des VKSK wird die Kleingartenordnung beschlossen.

Sie gilt als Bestandteil des Kleingarten-Pachtvertrages und enthält die Rechte und Pflichten des Kleingartenpächters, die sich über den Wortlaut des Pachtvertrages hinaus, aus der Pachtung bzw. für die Nutzung und Bewirtschaftung des Kleingartens ergeben.

Die Kleingartenordnung bildet die Grundlage zur Aufrechterhaltung der Ordnung, Pflege und Sauberkeit in den einzelnen Kleingärten und in der gesamten Kleingartenanlage.

Unter anderem regelt sie auch Pflanz- und Grenzabstände.

 

1967 - 50 Jahre "Helbersdorfer Hang"

Höhepunkte waren natürlich auch am Helbersdorfer Hang die Garten- und Kinderfeste. Dazu bot eine Fest- und Spielwiese genügend Platz und das große, weiträumige Gartenheim konnte die vielen Besucher aufnehmen, besonders auch bei schlechtem Wetter.

1967 konnte unsere Gartensparte ihr 50-jähriges Jubiläum feiern.

Der Vorstand hat alle Hände voll zu tun!

 

1968

Das Beispiel des Gartens Nr. 53 im "Helbersdorfer Hang" zeigt den Ablauf, wie er beim Pächterwechsel eines Kleingartens erforderlich war.

Zuerst musste der Garten durch die Schätzkommission geschätzt werden. Diese bestand aus zwei Mitgliedern der Gartensparte und erfolgte nach den "Richtlinien über die Berechnung der Entschädigung beim Besitzerwechsel im Kleingarten". Ein schriftliches Protokoll der Gartenschätzung wurde ausgefertigt.

Schon damals wurden Auflagen zur Beseitigung von überalterten Gewächsen erteilt. Und auch der Hinweis, keine hohen Baumformen anzupflanzen, fehlt nicht.

Erst nach erfolgter Gartenschätzung konnte der Garten seinen Besitzer wechseln. Mit dem neuen Pächter wurde ein Kleingarten-Pachtvertrag abgeschlossen. Der Pachtpreis betrug pro m² 0,03 MDN + 0,09 MDN für Nebenleistungen.

Statistik gab es zu allen Zeiten, auch wenn sie nicht immer ganz ernst genommen wurde.Neben der Erfassung von Mitgliedsdaten wurden vom VKSK Leistungskarten ausgegeben, mit denen der jährliche Ertrag der einzelnen Kleingärten abgerechnet wurde. Alle Kleingärtner waren verpflichtet, ihren Garten so intensiv wie möglich zu bewirtschaften.

 

1972

In diesem Jahr begann die Sparte "Helbersdorfer Hang" mit der Umsiedlung ihrer Gärten nach dem Gelände hinter dem Heiteren Blick.
Leider mussten viele Gartenfreunde aus Altersgründen ihre Gärten aufgeben. Die jüngeren schlossen sich zusammen und begannen mit der Erschließung des Geländes.
In vielen Stunden Eigenleistung wurde die Außenbefestigung geschaffen und die Parzellen und Wege abgesteckt.
Auf einer Fläche von 55.360 m² entstanden 108 neue Kleingärten.
Am 14. Oktober 1972 erfolgte die Übergabe der einzelnen Parzellen an die Gartenfreunde.

Die erste Säule! Insgesamt wurden 508 Zaunsäulen gesetzt.

Bevor aus so einem Stück Feld richtige Gärten mit Gemüsebeeten und Blumenrabatten entstehen konnten, war eine Menge Schweiß zu vergießen

Im Oktober 1972 wurden die Richtlinien für den Laubenbau ausgegeben. Diese legten fest, dass die Lauben grundsätzlich in der Nord-Ost-Ecke der Parzelle zu errichten sind. Auch wurden Grenzabstände und die Dachform vorgegeben. Jeder Kleingärtner musste einen Grundriss seiner geplanten Laube einreichen. Dieser wurde durch die Baukommission gewissenhaft geprüft.
Eine entscheidende Frage für viele Gartenfreunde war: "Woher bekomme ich Material für den Bau meiner Laube?" Doch schon bald schien diese Frage gelöst zu sein.
Manche Gartenfreunde bestellten sich eine sog. "Fertigteillaube", auch "Typenlaube" genannt. Nach entsprechender Wartezeit erhielten sie diese zum Preis von ca. 5.000 M. Zum Vergleich: ein Arbeiter verdiente in diesem Jahr ca. 580 M netto.
In diesem Preis war jedoch das Fundament nicht mit enthalten.

Mitgliedsausweis gültig in der Kleingartensparte "Heiterer Blick" ab dem Jahr 1972

Nachdem die ersten Erschließungsarbeiten abgeschlossen werden, stand vor dem Vorstand unserer Gartensparte eine weitere Aufgabe. Es galt, die vorhandenen alten Vereinsunterlagen, die noch im Gartenheim "Helbersdorfer Hang" gelagert wurden, in den neuen Verein umzulagern. 

Gleiches traf auf noch vorhandenes Inventar bzw. Geschirr zu, was für die Nutzung im geplanten neuen Vereinsheim vorgesehen war.
Deshalb war es erforderlich, ein passendes Gebäude zu errichten. Es wurde entschieden, 4 Garagen aufzubauen - sie sollten der Lagerung der Unterlagen dienen. Außerdem sollte ein Getränkeverkauf eingerichtet werden. In damaliger Zeit, wo bei weitem noch nicht alle Gartenfreunde über ein eigenes Auto verfügten, eine prima Einrichtung. Sie wurde dann auch entsprechend frequentiert.
Besonderer Dank gilt hier den Gartenfreunden, die den Getränkeverkauf über lange Zeit durchführten und dafür viel von ihrer Freizeit opferten.

 

1973

Im Jahr 1973 stand vor den Gartenfreunden des "Helbersdorfer Hanges" neben der Urbarmachung des neuen Gartens am "Heiteren Blick" eine weitere umfangreiche Aufgabe. Denn nicht nur, dass sie ein Stück Feld in einen Garten verwandeln wollten, sie mussten auch ihren alten Garten beräumen.

Alle Bäume, Pflanzen und natürlich auch die Baulichkeiten mussten bis auf eine Höhe von 30 cm beräumt werden. Glück hatte, wer über eine Wohnung mit Ofenheizung und großem Keller verfügte. Derjenige konnte Holz von den teilweise recht großen Bäumen zum Trocknen lagern und später zum Heizen nutzen.

Was sollte aber mit den Lauben geschehen? Eine Möglichkeit war, sie im neuen Garten wieder aufzubauen. Teilweise wechselten sie auch die Besitzer und stehen noch heute in einer anderen Anlage. Und manche wurden einfach "abgefackelt".

So manch' junger Baum wechselte seinen Standort in die neue Anlage, Pflanzen wurden umgesetzt. Der Transport in die neue Anlage erfolgte manchmal mangels eines Autos mit der Schubkarre. Nur wer die Strecke vom Flughafengebäude zur Gartenanlage einmal gelaufen ist, kann diese Mühe vielleicht nachempfinden.

Mit der kleingärtnerischen Nutzung des Geländes am Heiteren Blick war schon begonnen. Im Frühjahr 1973 blühten die ersten Pflanzen und Bäume.

Auszug aus der "Richtlinie zur Gartengestaltung":
"Mit der Zuweisung eines Kleingartens ist die Verpflichtung verbunden, diesen nach den Grundsätzen des Zentralvorstandes des VKSK anzulegen und zu gestalten. Dabei werden für unsere Neuanlage folgende Festlegungen getroffen:
1. Der Garten ist produktiv zu nutzen und dient vorrangig zur Erzeugung von Obst und Gemüse sowie zur aktiven Erholung."

Auch wurde festgelegt, dass Parzellengrenzen nur zu markieren sind, z. B. durch gemeinsame Fußsteige bzw. niedrige, auf max. 60 cm Höhe geschnittene Hecken oder durch beiderseitige Bepflanzung mit Obst- oder Ziersträuchern.
Die im Projekt vorgesehenen Windschutzpflanzungen innerhalb der Gärten waren baldmöglichst anzulegen. Dafür kamen ausschließlich Niederstammformen von Obstgehölzen (Stammhöhe 50 cm) infrage. Die Bäume sollten mit der entsprechenden Reihe im Nachbargarten auf Lücke stehen. Innerhalb der Reihe sollte der Abstand 3 m betragen.
Als Schattenspender war ein Halbstamm je Garten erlaubt, jedoch keine Süßkirsche.
Obst- und Gemüseflächen sollten getrennt voneinander angelegt werden. Mindestens 10 % der Nutzfläche waren für Erdbeeren zu verwenden.
Soweit bekannt wurden viele Obstbäume und Sträucher von der ehemaligen Baumschule und Gärtnerei Zscherp an der Stollberger Straße geliefert. Doch auch durch den VKSK wurden Bäume zum Kauf bereitgestellt.

In diesem Jahr wurde auch die Wasserleitung gebaut.

Dank sei dem "kleinen" Bagger gesagt, der diese langen Gräben ausbuddelte. Da kam so mancher größere Stein zum Vorschein, an dem sich ein Spaten "die Zähne ausgebissen hätte". Die zu legende Wasserleitung wurde mit Sand unterfüttert. Dann konnten die Gräben in Eigenleistung wieder zugeschüttet werden. Im Monat Mai 1973 erhielten alle Gärten ihren Wasseranschluss

Da aber aufgrund des Leitungsquerschnittes der Zuleitung eine kontinuierliche Wasserversorgung aller Gärten nicht gewährleistet werden konnte, sollte jeder Kleingärtner möglichst bald beginnen, Regenwasser aufzufangen. Ohne Laube ein schwieriges Unterfangen!

Aus dem Bau unserer Wasserleitung profitierten auch die benachbarten Privatgrundstücke. Erst jetzt erhielten diese Wasseranschluss.

Im September 1973 fiel das Gartenheim "Helbersdorfer Hang" einem Brand zum Opfer. Nach Ermittlungen der Polizei brach der Brand in der Kalten Küche aus und griff auf das kleine Vereinszimmer über.
Deshalb sind aus den Jahren vor 1973 leider keine Aufzeichnungen vorhanden, was die Erstellung der Chronik der Schrebergarten-Vereins "Helbersdorfer Hang" enorm erschwerte.
Die verwerteten Informationen entstammen aufgefundenen Niederschriften unserer Gartenfreunde, Zeitschriften und Recherchen im Stadtarchiv Chemnitz.

 

1974

Mit dem Wegebau innerhalb und außerhalb der Anlage wurde der VEB Straßenbau Karl-Marx-Stadt beauflagt.

Nachdem 1974 die erste Bitumenschicht (in den Nebenwegen einfach auf das Feld) aufgetragen wurde, erfolgte das Setzen der Rasenbordsteine.

Später wurde die 2. Schicht als Bitumenfeinbetondecke aufgetragen. Leider war wieder einmal das Material knapp, sodass einige Seitenwege keine 2. Schicht erhalten konnten.

Bereits im März 1974 wurden die Heckenpflanzen für die Wegeinfassung - Hainbuche - gesetzt.

Langsam entstand aus dem Feld eine richtige Gartenanlage, in der auch Kinder ihren Spaß hatten - und nicht nur im Sand buddeln konnten.

 

1975

3 Jahre nach ihrer Gründung feierte unsere Gartensparte ihr erstes Kinder- und Gartenfest.
Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Bierzelt, Rostergrill und auch die beliebten Fischbrötchen - von weiblichen Vereinsmitgliedern mit viel Liebe belegt - fanden stets hungrige Abnehmer.
Es erfolgte auch die Prämierung des am schönsten geschmückten Gartens.
Die Kinder hatten ihren Spaß beim Stelzenlaufen, Wurfschießen und Ballhüpfen.
Beim abendlichen Tanz schwangen nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch deren Gäste das Tanzbein.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen des "Musikalischen Frühschoppens".
Auch wenn das Wetter uns einen Strich durch unser Gartenfest machte, so konnte es uns doch nicht die Freude daran vermiesen.

 

Bau des Vereinsheims

Entgegen den Festlegungen des Rates der Stadt Karl-Marx-Stadt aus dem Jahr 1972, die ausdrücklich keinen Bau eines Vereinsheims für unsere Anlage vorsahen, begannen die Gartenfreunde im Jahr 1975 mit dem Aufbau eines eigenen Vereinsheimes.

Besonderer Dank gilt hier dem damaligen Vorsitzenden der Gartensparte Werner Püschmann, der durch sein Organisationstalent und seine Beziehungen den Bau erst möglich machte.

Zu Beginn war nicht geplant, unser Vereinsheim als öffentliche Gaststätte zu nutzen. Deshalb wurde es vorerst durch verschiedene Gartenfreunde bewirtschaftet.

Doch da sich der geplante und versprochene Bau der öffentliche Gaststätte in der Senke zwischen den beiden Anlagen immer wieder verzögerte, fiel die Entscheidung zur Nutzung des Vereinsheims als öffentliche Gaststätte.

Schon bald war sie bekannt und beliebt - nicht nur bei den Gartenfreunden, sondern auch bei den Bewohnern des Wohngebietes "Fritz Heckert".

 

1976

Im Sommer 1976 wurde es Licht. Jeder Garteninhaber hatte sich einen Unterzähler versorgt, die Elt-Leitung war in gemeinsamer Arbeit verlegt und die Lauben waren "verkabelt" worden.

Im Rahmen des Elt-Anschlusses leisteten unsere damaligen Elektriker umfangreiche Arbeit.

Trotzdem muss man sagen, dass mit der Abschaffung der Petroleumlampen auch ein wenig Gartenromantik verloren ging. Aber die Vorteile überwogen bei weitem - schon wenn man an die nun möglich gewordene Nutzung von elektrischen Rasenmähern dachte.

 

1980 - 1989 

Da die Versorgung mit Obst, Gemüse oder Kaninchenfleisch in der DDR nicht ausreichend gewährleistet war, wurden die Gärten noch intensiver genutzt. Was man nicht für den "Eigenbedarf" verbrauchte, wurde in die HO oder sog. Aufkaufstellen gebracht. Für Obst und Gemüse wurden dort oftmals höhere Preise gezahlt, als die Ware dann im Handel kostete. Dies galt als Ansporn an die Kleingärtner, auch die Kleintierhaltung zu verstärken.

Im Jahr 1980 fand eine Gartenbegehung durch den Vorstand des VKSK zusammen mit der Stadträtin, Frau Schmidt, statt. Da es gleich zu Beginn der Begehung anfing zu regnen, wurden die Prüfer in unser Vereinsheim eingeladen.

Frau Stadträtin Schmidt war nicht schlecht erstaunt über die Größe dieses "Schuppens". Sie fragte nach der Art der Nutzung. "Na, für den Arbeitseinsatz und als Geräteschuppen. Und manchmal für den Vorstand." Dafür fand sie das Vereinsheim viel zu schade und machte den Vorschlag, es als Gaststätte zu nutzen.

"Geht nicht - keine sanitären Anlagen", war die Antwort. Sie schlug vor, beim Rat der Stadt einen Antrag zu stellen und kurze Zeit später erhielten wir 1.000 M für den Anbau von Toiletten.

So konnten wir am 1. Januar 1981 beginnen, unser Vereinsheim als öffentliche Gaststätte zu betreiben. Doch vorher wurde ein Vierteljahr "Probelauf" durchgeführt. In dieser Zeit bewirtschafteten die Gartenfreunde Püschmann, Walter und Pfüller das Heim.

Ab 1. Januar 1981 wurde das Ehepaar Lehmann als Heimbewirtschafter in der Sparte angestellt.

P.S. Im Rahmen der Begehung stellte Frau Schmidt fest: "Wieso hören wir vom Steinberg nur Klagen? Hier hören wir nichts, und es ist so eine schöne Anlage entstanden."

Weil es immer wieder mal Probleme beim Nachweis der geleisteten Stunden im Rahmen des Arbeitseinsatzes gab, wurden im Jahr 1981 solche Karteikarten eingeführt.

 

1982

Es wurde beschlossen an das vorhandene Vereinsheim eine Terrasse anzubauen. Natürlich wurden alle erforderlichen Arbeiten wieder in Eigenleistung erbracht.

Auch in unserer Gartensparte gehört die Durchführung von Garten- und Kinderfesten inzwischen zur festen Tradition.
Ein besonderer Höhepunkt war natürlich das Gartenfest anlässlich des 10-jährigen Bestehens unserer Anlage. Der Samstag stand ganz im Zeichen der Familie und der Geselligkeit. Die Männer maßen beim Preiskegeln und Luftgewehrschießen ihre Kraft. Die Kinder hatten ihren Spaß bei Ponykutschfahrten, am Kinderkarussell oder beim abendlichen Lampionumzug. Einen Höhepunkt stellte der Soli-Basar dar - überwiegend mit Erzeugnissen aus den eigenen Gärten. Auch wurden anlässlich des Gartenfestes Erdbeeren durch die Kleingärtner abgegeben, die an das Kinderkrankenhaus geliefert wurden.

 

5. Verbandstag des VKSK in Karl-Marx-Stadt

5. Verbandstag des VKSK in Karl-Marx-StadtAus dem Bericht des 1. Sekretärs des Zentralvorstandes des VKSK:IV - Die kleingärtnerische Bodennutzung

Die Kleingärtner des VKSK nutzen gegenwärtig eine Fläche von ca. 30.000 Hektar.Die Zielstellung des 4. Verbandstages, auf 100 m² Gartenfläche 100 kg Obst und Gemüse zu produzieren, hat Schöpfertum und Ideenreichtum der Mitglieder bei der Gestaltung und intensiven Bewirtschaftung ihrer Gärten gefördert.Sparten, wie "Sonnenaufgang" Cottbus mit einem Ernteergebnis von 150 kg, Sparte "Ernst Thälmann" in Erfurt mit 120 kg und Sparte "Am Heidensee" Schwerin mit 170 kg beweisen, dass diese Zielstellung im Spartendurchschnitt überall erreichbar ist. Sogar die Verbandsfreunde in der höchstgelegenen Kleingartenanlage "Am Bornhügel" in Neuhaus am Rennweg erreichen über 100 kg. Diese guten Ergebnisse und die Zielstellungen vieler Spartenkollektive im sozialistischen Wettbewerb berechtigen dazu, nunmehr diese Aufgabe auf mehr als 100 kg Obst und Gemüse zu erweitern.Damit bekräftigen wir den Leitgedanken unserer kleingärtnerischen Tätigkeit: "Ein schöner Garten ist ein produktiver Garten".Beschluss des Verbandstages (Auszug):Wir Kleingärtner erkennen nach wie vor nur einen produktiven Garten als einen schönen Garten an. Ein Kleingärtner, der auf sich hält, erntet mehr als 100 kg Obst und Gemüse von 100 Quadratmetern. Er richtet seinen Ehrgeiz auf Obst, besonders Äpfel, Birnen, Kirschen und Beeren von guter Qualität. Wir nutzen auch alle Möglichkeiten für den Anbau von Frühgemüse unter Glas und Folie und von Spät- und Überwinterungsgemüse. Auch der Produktion von Sonderkulturen wie Gewürzpflanzen, Knoblauch und Tabak werden wir uns zuwenden. Zu jeder Jahreszeit soll ein abwechslungsreiches Angebot den Speisezettel bereichern. Eingewecktes, Saft und Lagerobst gehören zur Visitenkarte des Kleingärtners.

 

1987

 

1990

Nach der politischen Wende in der DDR stand auch vor den Mitgliedern unserer Sparte die Frage: "Wie geht es weiter?"
Einstimmiger Beschluss: "Wir werden ein eigenständiger Verein!"
Die neue Satzung wurde von der Jahreshauptversammlung am 26. Mai 1990 beschlossen.
Am 10. März 1991 erfolgte die Eintragung des Kleingärtnervereins "Heiterer Blick" e. V. in das Vereinsregister der Stadt Chemnitz.
Doch viele Fragen und Unsicherheiten entstanden aus der neuen Rechtslage. Zum Beispiel die Frage nach dem Bestandsschutz der Lauben. Aber zu unserem Glück wurde durch den Einigungsvertrag der § 20 a in das Bundeskleingartengesetz eingefügt. Dieser Paragraph sicherte den Bestandsschutz in den Neuen Bundesländern.

 


1993


Zum Spartenleben gehört auch die alljährlich durchgeführte Rentnerweihnachtsfeier. In diesem Jahr haben wir unser langjähriges Mitglied Karl Rätz (84) offiziell verabschiedet.
Es wird nicht nur gefeiert, sondern während eines Spielchens auch angestrengt nachgedacht.

Rückblick auf die verkehrstechnische Anbindung des "Heiteren Blicks"

In den ersten Jahren fuhr der Bus des VEB Kraftverkehr in Richtung Neukirchen in ca. stündlichem Abstand. Dieser Bus hielt auf der Stollberger Straße an der ehemaligen Gaststätte "Heiterer Blick". Außerdem fuhren Busse des Nahverkehrs - Linie D (später 34) - bis zur Südrandsiedlung.

Mit dem Bau des Wohngebietes "Fritz Heckert" wurde die Nahverkehrslinie S (später 44) bis zum Flughafen eröffnet und dann als Linie U (später 46) bis zum Südring verlängert.

Am 7. Oktober 1979 wurde der Straßenbahnbetrieb der Linie 5 vom Hauptbahnhof über die Zentralhaltestelle nach der Stollberger Straße aufgenommen. Der Bau dieser Straßenbahntrasse von der Annaberger bis zur Stollberger Straße hatte nur 2 Jahre gedauert - und das, obwohl eine Brücke über die Chemnitz und die Eisenbahnlinie mit gebaut werden musste.

Eine Fahrt kostete damals mit der Straßenbahn 0,20 M und mit dem Bus 0,25 M. Dieser Fahrpreis galt in 29 Jahren unverändert.


Nachtrag:
Endlich, am 2. November 1998 wurde der 1. Teilabschnitt der Straßenbahnlinie 4 auf der Stollberger Straße in Betrieb genommen. Nach der endgültigen Fertigstellung wird diese Linie über eine Strecke von 4,6 km den Falkeplatz und die Einbindung Wladimir-Sagorski-Straße verbinden.
Übrigens hat die Planung dieser Straßenbahnlinie wirklich rekordverdächtige Zeit gedauert. Bereits im Generalbebauungsplan der Stadt Chemnitz aus dem Jahr 1930 kann man lesen, dass der Bau dieser Straßenbahnlinie "vorerst fraglich bleibt".

 

1996


1995 erteilte uns das Umweltamt die Auflage, für die Küche unseres Vereinsheimes einen Fettabscheider zu installieren.

Nach entsprechender Prüfung der Angebote wurde der Einbau durch die Firma Harry Schieck vorgenommen. Die erforderliche Baugrube wurde in Eigenleistung ausgehoben.

 

1999

Unser Vereinsheim wurde im Frühjahr 1999 mit Unterstützung der Haselbacher Brauerei und dem neuen Pächter, Herrn Ferenc Reisz, modernisiert. Hierbei wurde sowohl die Küche auf einen modernen Stand gebracht als auch die Toiletten den Erfordernissen angepasst.
Grundsätzlich steht unser Vereinsheim mit seinen ca. 40 Plätzen unseren Mitgliedern, Besuchern und Gästen als gepflegte gastronomische Einrichtung mit sehr guter Küche zur Verfügung. Bei schönem Wetter kann die Terrasse mit ihren ca. 25 Plätzen zusätzlich genutzt werden.
Im Jahr 1999 erfolgte nach jahrelanger Ankündigung die Überprüfung unseres Vereins auf Anerkennung der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit. Am 11. Juni 1999 kamen die Mitarbeiterinnen des Stadtverbandes und führten gemeinsam mit dem Vorstand die erforderliche Gartenbegehung durch. Schwerpunkte der Kontrolle waren - wie angekündigt - zweite Baulichkeiten ohne Bestandsschutz und zu große Nadelgehölze, die für Kleingärten nicht zugelassen sind. Trotz des Regens nahmen die Prüfer ihre Aufgabe sehr ernst.
Im anschließenden Gespräch lobten die Prüfer den guten Zustand und die Ordnung in unserer Gartenanlage. Logische Schlussfolgerung daraus war mit Schreiben vom 12. August 1999 der Bescheid über die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit.
Wir danken allen Vereinsmitgliedern, die mit ihrer Arbeit und ihrem Verhalten zu diesem positiven Ergebnis beigetragen haben. Doch auch künftig wird die Einhaltung der Gartenordnung und der anderen Gesetzlichkeiten eine Hauptaufgabe unserer Vereinsmitglieder sein.

 

2000

Bis zum Jahr 1999 erfolgte die Wasserversorgung unseres Vereins über die Winterleitung des Kleingartenvereins "Am Steinberg". Da es in den letzten Jahren immer wieder zu Wasserrohrbrüchen gekommen war, hatte dieser Verein die Absicht, seine Abnehmer von der Winterleitung abzutrennen und anschließend die Winterleitung (ca. 1.300 m Wasserleitung in einer Tiefe von 2 - 3 m, max. 7 m) in die Verantwortung unseres Vereins zu übergeben. Dies hätte sowohl eine enorme Arbeits- als auch Kostenbelastung für unseren Verein bedeutet.

Deshalb wurde die Möglichkeit einer anderen Wasserversorgung für unseren Verein geprüft. Mit den Stadtwerken Chemnitz wurde eine Ortsbesichtigung durchgeführt und in deren Ergebnis zeigte sich die Möglichkeit, einen Anschluss an die Steinbergsiedlung herzustellen.

Die dafür erforderlichen Arbeiten wurden zum Teil in Eigenleistung erbracht, zum Teil auch durch die Fa. Hüttner, die das Schießen der Rohrleitungen unter der Straße übernahm. Probleme bereitete auch die Durchquerung des Baches. Da es sich bei dieser Fläche um einen "geschützten Landschaftsbestandteil" handelt, waren einige Regeln und Auflagen des Naturschutzes zu beachten. Auch die Auflage zur Neuanpflanzung von 5 Wildrosen wurde erfüllt.

Rückblickend müssen wir feststellen, dass der im Jahr 1999 beschlossene Bau der Wasserleitung erst nach rund einem Jahr realisiert werden konnte, weil sich der Erhalt der entsprechenden Zustimmungen recht schwierig gestaltete.

Endlich, Ostern 2000 konnte die neue Wasserleitung in Betrieb genommen werden.

 

Gartenfest 2000

 

Winter 2001/2002

 

2002

Im Hinblick auf die Sicherung der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit ist die Gartenbegehung zu einer sinnvollen Routine geworden.
Wie jedes Jahr traf sich der Vorstand auch in diesem Jahr an einem Sonntag, um die Gartenbegehung durchzuführen.
Selbstverständlich waren die Kleingärtner im Voraus aufgerufen, an diesem Tag anwesend zu sein, denn der Vorstand suchte anlässlich der Gartenbegehung auch das Gespräch mit den Mitgliedern.

Zwischen 10 und 12 Uhr wurde im Rundgang durch die Anlage der Zustand der Einzelgärten eingeschätzt. Schwerpunkt bildete die Einhaltung des Bundeskleingartengesetzes und der Gartenordnung des Vereins. Wie immer wurde besonderes Augenmerk auf Ausmaße und Höhe von Ziergehölzen und Koniferen gerichtet.
Der Allgemeinzustand der Gärten war ebenso interessant wie der Zustand der angrenzenden Wege.
Einigen Kleingärtnern wurde an Ort und Stelle die Empfehlung gegeben, vorhandene Koniferen auf die festgelegte Höhe zurückzuschneiden. Dabei kam es natürlich auch zu Fachsimpelei über den Gartenzaun.
Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass - bis auf wenige Ausnahmen - die Prinzipien der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit gewahrt werden.

 

Erneuerung der Unterzähler Elt

Im Rahmen der Auswertung der Elt-Kassierung des Jahres 2001 wurde eine Differenz von ca. 2.000 DM aufgedeckt. Diese resultiert aus dem Verbrauch von 21.000 kWh; Kassiert wurden jedoch nur 15.000 kWh.

Die Ursachenforschung ergab verschiedene Möglichkeiten:

  • ein Gartenfreund entnimmt Strom ohne zu bezahlen
  • Eigenverbrauch der Zähler ca. 3 Watt/Stunde lt. Auskunft einer Elektrofirma
  • die veralteten Zähler sind nicht mehr geeicht und zählen daher nicht richtig. (Laut Eichgesetz ist die zulässige Standzeit für Elt-Zähler 16 Jahre.)

Selbst wenn man den Eigenverbrauch der Zähler beachtet, ist die Differenz zu hoch. Deshalb wurde durch den Vorstand überlegt, alle Zähler erneuern zu lassen. Dazu wurden 3 Angebote eingeholt. Das günstigste Angebot kam von der Fa. E & S Elektrobau-Systemtechnik GmbH.

Der Einbau der neuen Zähler würde somit Kosten in Höhe von ca. 25 € pro Garten verursachen.

In der Jahreshauptversammlung 2002 durch den Vorstand der Vorschlag zum Einbau neuer Zähler unterbreitet. Es wurde dargelegt, dass eine solch hohe Differenz erstmalig aufgetreten ist. Ob eine Manipulation bei der Stromentnahme erfolgte, kann von uns nicht geprüft werden. Nach ausgiebiger Diskussion wurde beschlossen, die Fa. E & S mit dem Einbau neuer Zähler in allen Gartenlauben zu beauftragen.

Ausgenommen waren nur die Kraftstromzähler. Doch auch diese sollten durch den Elektriker überprüft werden. Außerdem sollten die Zähler der Privatgrundstücke mit überprüft werden.

Am 1. Juni 2002 begann der Elektriker mit seiner Arbeit. Er führte diese an drei Samstagen durch. Alle Gartenfreunde waren aufgerufen, am festgelegten Tag anwesend zu sein. Bis auf zwei Gartenfreunde, die diese Termine nicht wahrnahmen, kamen alle der Aufforderung nach.

Nachdem der Einbau abgeschlossen war, bemerkten zwei Gartenfreunde, dass ihr neuer Zähler defekt war. Sie informierten sofort den Vorstand, der eine Prüfung aller Zähler veranlasste. Selbstverständlich tauschte der Elektriker die defekten Zähler im Rahmen der Gewährleistung aus.

Nach Abschluss der Arbeiten erfolgte durch die Firma E & S Rechnungslegung an den Verein, der die Kosten vorfinanzierte. Die anschließende Umrechnung ergab, dass jeder Gartenfreund, der einen neuen Zähler erhielt 15,37 € für die Lieferung des Zählers und 8,33 € Einbaukosten auf das Vereinskonto überweisen muss.

Außerdem erfolgte die Kassierung des Verbrauchs, der mit dem alten Zähler gemessen wurde. Dabei mussten wir leider feststellen, dass sich einige Zähler wohl "rückwärts" gedreht hatten - der Stand der Ablesung im Vorjahr war höher als der jetzige Stand. Oder hatten da einige Gartenfreunde versucht, eine eventuelle Strompreiserhöhung erst später in Kraft zu setzen und noch ein paar "billigere" Kilowattstunden zu kaufen?

Alle Gartenfreunde erhielten einen Einzahlungsbeleg mit der genauen Summe des zu überweisenden Betrages. Bis auf 3 Gartenfreunde überwiesen sie pünktlich und in korrekter Höhe.

P.S. Wie uns der Elektriker informierte, stammten einige der ausgebauten Zähler aus der Zeit von vor 1945 und an einem waren keine Zahlen mehr erkennbar.

 

Jubiläum unseres Kleingärtnervereins

Am 26. Oktober 2002 trafen sich 61 Vereinsmitglieder - die meisten gemeinsam mit ihren Partnern - um in der Gaststätte "Platnerhof" das Jubiläum des Kleingärtnervereins zu feiern.

Als Ehrengäste waren Herr Bernhardt - Vertreter des Stadtverbandes Chemnitz der Kleingärtner e.V. und Vorsitzender des Kleingartenvereins "Rosarium" mit seiner Ehefrau und Herr Gerhard Löschner - aktives Mitglied unseres Vereins vor allem in der Zeit der Umlagerung zum Heiteren Blick, ebenfalls mit seiner Ehefrau erschienen.

Zu Beginn unserer Jubiläumsveranstaltung hatten wir eine schwere Aufgabe. Am 22. Oktober 2002 ist unser langjähriger Vorstandsvorsitzender und aktives Gartenmitglied, Herr Werner Püschmann, verstorben. Wir ehrten ihn mit einer Schweigeminute.

In seiner Begrüßungsrede sprach unser Vorsitzender, Herr Dieter Franz, über die Geschichte des Vereins, begonnen bei der Gründung im September 1917 und über die schwierigen Zeiten des Neubeginns am Heiteren Blick.

Bei der Erstellung der Festschrift hatte der Vorstand beschlossen, die Mitglieder selbst über das Alter ihres Vereins abstimmen zu lassen. Leider ist diese Abstimmung an der Technik gescheitert. Im großen Saal schien es, als ob die Mitglieder zu einer 30-jährigen Geschichte ihres Vereins tendierten. Aber die Mitglieder, die im kleinen Saal ihren Platz gefunden hatten, hatten wegen Ausfall der dort installierten Lautsprecheranlage gar nichts von einer Abstimmung mitbekommen. Somit kann die Abstimmung, die nur von einem Teil der anwesenden Vereinsmitglieder vorgenommen wurde, nicht anerkannt werden.

Herr Bernhardt überbrachte uns die Grüße des Stadtverbandes der Kleingärtner. Mit einem Hinweis auf die Begründer unseres Vereins bat er die Vereinsmitglieder, die Entscheidung über das Alter des Vereins genau zu bedenken und nicht auf eine 55-jährige Tradition zu verzichten. Er überreichte uns die auf der nächsten Seite der Chronik zu sehende Urkunde sowie einen Wecker mit den Worten: "... möge dieser den Vorstand immer aufwecken, sollte er die Zeichen der Zeit verschlafen."

Im Gegenzug überreichten wir Herrn Bernhardt ein Exemplar unserer Chronik zur Weiterleitung an den Stadtverband, denn wir sind der Meinung, dass die Erkenntnisse, die wir im Rahmen der Recherchen für unsere Chronik gewonnen haben, allen Gartenfreunden zugängig gemacht werden sollten.

Zu jeder Jubiläums- oder Festveranstaltung gehören natürlich auch ein paar Dankesworte. Wir ehrten unser ältestes Vereinsmitglied und das Mitglied, dass seinen Garten zu 100 % bewirtschaftet - das heißt völlig ohne Wiese! Außerdem dankten wir den beiden Wertermittlern für ihre langjährige Arbeit. Und auch der Chronistin wurde Dank für ihre Arbeit ausgesprochen.

Abschließend verlas Herr Franz die Grußbotschaften des Grünflächenamtes der Stadt Chemnitz und des Chemnitzer Wandersportvereins.

Großes Interesse fanden auch die Schautafeln des Stadtverbandes und die Tafeln zur Geschichte des "Helbersdorfer Hanges", die vor allem bei den langjährigen Vereinsmitgliedern viele Erinnerungen an diese Zeit wachriefen.

Musik und Tanz rundeten unsere Jubiläumsveranstaltung ab. Dabei schwangen nicht nur unsere Vereinsmitglieder ihr Tanzbein. Auch ein paar Gäste, denen es offensichtlich bei uns gefiel und die natürlich auch ganz herzlich willkommen waren, nutzten die Gelegenheit zu einem Tänzchen.

Als Vorstand haben wir uns die Worte von Herrn Bernhardt zu Herzen genommen und beschlossen, zu unserer Geschichte zu stehen. Somit gilt der 23. September 1917 nun offiziell als Gründungstag unseres Kleingärtnervereins. Wir sind sicher, dass die Mitglieder diese Entscheidung ihres Vorstandes akzeptieren werden.

 

2003

Im Herbst 2003 verloren wir durch einen tragischen Unfall unseren langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Franz.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 

2007

Am 10.11.2007 feierten unsere Mitglieder das 90jährige Bestehen unseres Vereins und erhielten anlässlich dieses Ereignisses eine Urkunde und ein Glückwunschschreiben des Stadtverbandes.

Ein gelungenes Programm und natürlich das gesellige Beisammensein trugen zur guten Stimmung bei.

Abschließend hörten wir immer wieder von den Mitgliedern: "Das sollten wir viel öfter machen und nicht nur alle 5 Jahre.

Kontakt

Kleingärtnerverein "Heiterer Blick e.V."
Steinbergsiedlung 1a, 09122 Chemnitz
Frau Doris Appel (Vorsitzende)

mobil: 0176 55238289
email: heiterer-blick@kg-appel.de

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Sprechzeiten

von April bis Oktober
jeden ersten Mittwoch im Monat
von 17 bis 18 Uhr

Steinbergsiedlung 1a, 09122 Chemnitz
Ort: Vereinsheim

Kleingärtnerverein

Heiterer Blick e.V.